Aufzugskosten

Nicht jedes Wohnhaus hat einen Aufzug und kann somit diese Betriebskosten umlegen, welche aber genau auf den Mieter umlegbar sind und welcher Verteilerschlüssel die richtige Wahl ist, das erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Geregelt wird die Position Aufzug in der BetrKV unter §2 Absatz 7 die Kosten des Betriebs des Personen- oder Lastenaufzugs.

Nach dort genannten Posten können folgende wiederkehrenden Kosten über die Betriebskostenabrechnung auf Mieter umgelegt werden:

  • des Betriebsstroms
  • der Beaufsichtigung
  • der Bedienung
  • Überwachung und Pflege der Anlage
  • Die Regelmäßige Prüfung der Betriebsbereitschaft & Sicherheit
  • Einstellung durch eine Fachkraft
  • Reinigung der Anlage
Während der ein oder andere Punkt logisch und verständlich ist verursachen anderen Positionen große Fragezeichen bei Vermieter wie auch Mieter.

Die kosten des Betriebsstroms, Überwachung und Pflege, Regelmäßige Prüfung & Einstellung durch eine Fachkraft zählen zu den klaren Unterpunkten. Aber wofür steht Beaufsichtigung oder Bedienung.
Jeder Aufzug hat eine Notruftaste wenn der Aufzug mal stecken bleibt und Personen darin gefangen sind. Dieser Notrufanschluss ist in der Regel mit einem ausfallsicheren Telefonanschluss verbunden welcher monatliche Kosten verursacht. Aber auch die Personen auf der anderen Seite die den Notruf annehmen und weiterleiten sind ein fester Bestandteil. In der Regel wird durch den Vermieter oder die beauftragte Hausverwaltung ein Service-Vertrag mit dem Aufzugshersteller oder einem Aufzugsunternehmen abgeschlossen. Umfang dieses Vertrages ist die Beaufsichtigung und Bedienung wie auch die Einstellung und Überwachung der Anlage. All diese Kosten fallen regelmäßig an und der Nutzen liegt klar auf Seiten der Mieter weshalb diese Kosten voll umfänglich umlegbar sind.

Anders sieht es bei Reparaturen am Aufzug aus. Diese Kosten müssen durch den Vermieter getragen werden, denn der Aufzug ist Teil der Mietsache und kann bei einem längeren Ausfall bereits zu Mietminderungen führen.

Wer einen Aufzug in seinem Eigentum oder dem Mietshaus hat, der sollte darauf achten, das die Kosten überschaubar bleiben. Allerdings müssen Mieter sich darüber im klaren sein, das ein Aufzug einen großen Anteil an den Betriebskosten einnehmen wird. Um Ärger aus dem Weg zu gehen sollten sich Interessenten daher unbedingt überlegen ob sie den Luxus eines Aufzuges wirklich brauchen.

Wissenswert zum Thema Aufzug für Mieter und Vermieter

Die Etage spielt keine Rolle in Beziehung zum Verteilerschlüssel
Egal in welchem Stockwerk die Wohnung liegt, der Mieter hat die umlagefähigen Kosten einer Aufzugsanlage zu tragen. Es spielt keine Rolle ob dieser den Aufzug verwendet oder nicht, es ist ihm nämlich selbst überlassen. Der Aufzug ist sofern vorhanden fester Bestandteil des Mietvertrages und wird mit Abschluß und Übergabe zur Nutzung an den Mieter mit vermietet.

Wartungsvertrag
Wie bereits erklärt gehören der Wartungs oder Service-Vertrag zu den umlegbaren kosten. Mieter und auch Vermieter sollten hierbei aber aufpassen. Denn ein Vollwartungsvertrag beinhaltet auch Reparaturen, welche nicht auf den Mieter umlagefähig sind. Als Mieter sollte man genau darauf schauen was im Vertrag mit dem Dienstleister vereinbart ist. Als Vermieter ist es sinnvoll von einem Vollwartungsvertrag abstand zu nehmen und nur die umlagefähigen Leistungen zu buchen. Das heisst für Vermieter zwar weitere Rechnungen, aber weniger Ärger bei der Rechnungslegung zur Betriebskostenabrechnung.

Damit ist beiden Seiten geholfen, denn wenn es zum Rechtsstreit wegen der Aufzugskosten kommt hat in der Regel der Vermieter das nachsehen.

Aufzugskosten in dem Betriebskostenspiegel

Jahr
Durchschnitt
Westdeutschland
Ostdeutschland
2005
0,18 €
0,20 €
0,09 €
2006
0,16 €
0,17 €
0,11 €
2007
0,14 €
0,14 €
0,14 €
2008
0,11 €
0,11 €
0,12 €
2009
0,13 €
0,13 €
0,13 €
2011
0,15 €
0,15 €
0,15 €
2012
0,16 €
0,16 €
0,15 €
2013
0,16 €
0,16 €
0,15 €

weitere informationen

  • Für das Jahr 2010 hat der Deutsche Mieterbund keinen Betriebskostenspiegel veröffentlicht
  • Für das Jahr 2014 & 2015 wurde noch kein Betriebskostenspiegel durch den Deutschen Mieterbund veröffentlicht
Aktualisiert: 08/2016